Das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Madagaskar
Bereits kurz nach der Unabhängigkeit Madagaskars im Jahr 1960 haben sich intensive Beziehungen zwischen der madagassischen Regierung und der Friedrich-Ebert-Stiftung entwickelt.
Madagaskar gehörte damit zu den ersten afrikanischen Partnerländern der FES.
Im Jahre 1963 wurde ein erstes Grundsatzabkommen geschlossen und bereit 1964 konnte die Zusammenarbeit mit einer großen thematischen Bandbreite durchgeführt werden.
Besonders wichtige Bereiche waren zu dieser Zeit die Förderung demokratischer institutioneller Strukturen und die Unterstützung von Gewerkschaften und Kooperativen.
Aufgrund innerer politischer Veränderungen konnte ab 1975 die Friedrich-Ebert-Stiftung ihre Arbeit in Madagaskar nicht mehr mit einem eigenen Büro fortsetzen.
Im Rahmen der politischen Liberalisierung nahm die Stiftung ihre Arbeit im Jahr 1988 jedoch wieder aktiv auf. Nach der Wiederaufnahme der partnerschaftlichen Beziehungen engagierte sich die Friedrich-Ebert-Stiftung besonders in der Förderung wirtschaftlicher Entwicklung, der Ausbildung von Journalisten und im sozialpolitischen Bereich.
Seit dem Amtsantritt von Präsidenten Marc Ravalomanana im Jahr 2002 verfügt die Friedrich-Ebert-Stiftung über eine ausgedehnte Handlungsfreiheit im Rahmen der neuen Politik des Staates.
In diesem neuen Kontext hat auch innerhalb der Stiftung eine Neustrukturierung ihrer Arbeit stattgefunden.
Derzeit konzentriert sich die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung insbesondere auf die Konsolidierung von Demokratie und Zivilgesellschaft, die Dezentralisierung, politische Bildungsangebote und die Integration der Gender-Dimension in die demokratischen Strukturen und Prozesse. Die regionale Integration des Landes – insbesondere in die Entwicklungsorganisation des südlichen Afrikas (SADC) nehmen eine immer wichtigere Rolle ein.
Weiterhin zählen die Arbeit mit den Gewerkschaften, die Ausbildung und Förderung politischer (Nachwuchs-)Akteure und die Konsolidierung eines medialen Pluralismus zu den erfolgreichen Handlungsfeldern der Stiftung.
Das Büro in Antananrivo ist außerdem für das Projekt der Stiftung in Mauritius verantwortlich.
Nachbarn, wie sie unterschiedlicher kaum sein können… (Kurzdarstellung des Büros)
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Die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung und ihrer madagassischen Partner im Jahr 2008
Ausgehend von den innen- und außenpolitischen Rahmenbedingungen konzentriert sich die Friedrich-Ebert-Stiftung in ihrer Arbeit auf zentrale Akteure und ist weiterhin an ausgewählten politischen Schnittstellen tätig. Sie verfolgt damit das Ziel, die Demokratie im Land zu festigen. Um dieses Ziel zu erreichen, bedient sie sich den Methoden der politischen Bildung, der Förderung des Parteienpluralismus und der politischen Kommunikation. Sie unterstützt die Zivilgesellschaft in ihrer Rolle als „Wächter“ der beginnenden Demokratisierung des Landes und fördert die freie Meinungsäußerung und die Partizipation von Frauen und Männern an politischen Entscheidungsprozessen.
Festzustellen bleibt, dass die jüngere Generation (die die Mehrheit der Bevölkerung darstellt) größtenteils von politischen Entscheidungsstrukturen ausgeschlossen ist. Mit den erfolgreichen Programmen zur Aktivierung und Förderung junger Führungskräfte wird daher auch im Laufenden Jahr versucht, eine Änderung herbei zuführen und junge Menschen zu befähigen, ihre Meinungen in die Diskussionen hineinzubringen. Das FES-Jugendausbildungsprogramm YLTP wächst – bisher konnten knapp 75 junge „Leader“ erfolgreich die Teilnahme abschließen. In 2008 wird das Prgramm fortgesetzt und um neue Elemente erweitert. Ein eigenes „Netzwerk der jungen ArbeitnehmerInnen“ (RJT) soll in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften entstehen und die dort besonders auffällige Lücken im Entscheidungspersonal zu schließen versuchen.
Stichpunktartig kann die Grundorientierung des Auftrages für das Engagement der Friedrich-Ebert-Stiftung in Madagaskar wie folgt gekennzeichnet werden:
- Die Mitgliedschaft in SADC kann Madagaskar helfen, die sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Blockaden aufzubrechen und einen neue Dynamik entfalten zu lassen.
- Die Gewerkschaftsarbeit stellt zusätzlich einen Schwerpunkt der Arbeit dar und es soll insbesondere auch durch die Kooperation mit Mauritius versucht werden, neue Impulse zu erarbeiten.
- Die Gewerkschaftsarbeit stellt zusätzlich einen Schwerpunkt der Arbeit dar und es soll insbesondere auch durch die Kooperation mit Mauritius versucht werden, neue Impulse zu erarbeiten.
- Die Friedrich-Ebert-Stiftung arbeitet an ausgewählten politischen Schnittstellen, um die Demokratisierung zu stabilisieren: Politische Bildung, Parteienpluralismus und vor allem die Arbeit mit der nachwachsenden Generation sind Schwerpunkte der Arbeit. Im Vordergrund steht dabei vor allem die Förderung eines funktionierenden Pluralismus und einer pluralistischen öffentlichen Meinung.
- Zur langfristigen Absicherung der Demokratie wird mit der Jugend (15-25 jährige), die 45 % der Gesamtbevölkerung ausmacht, intensiv zusammengearbeitet. Leadershipprogramme für die nachrückende Generation, Förderung der Organisationsfähigkeit der Jugend und Heranführen an demokratische Mechanismen sind prioritäre Arbeitsbereiche.

