Frauen
Einleitung
Frauen spielen für die positive Entwicklung von Gesellschaften eine entscheidende Rolle.
Ihre Rolle wird jedoch allzu oft auf die biologische Funktion reduziert – dabei wird vergessen, welche Bedeutung Frauen an den wirtschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklungsschritten eines Landes spielen. Auch in Madagaskar tragen Frauen entscheidend an zur Wertschöpfung bei und die Mehrzahl von ihnen arbeitet mehr als 15 Stunden am Tag.
Gleichzeitig profitieren Frauen nicht immer gleichberechtigt an den einsetzenden Fortschritten der Entwicklung. Oft ist dies darauf zurück zu führen, dass sie keine Entscheidungsgewalt über die Verteilung dieser Gewinne haben.
Oft fehlen ihnen die Zugänge zu den Entscheidungsgremien und damit auch die Zugänge zu den Ressourcen.
Strategien
Es gibt unterschiedliche Gender-Ansätze, von denen zwei kurz vorgestellt werden:
Der erste Ansatz verfolgt die Förderung der Position der Frau durch systematische Aktionen quer durch die Entwicklungs- und Demokratieförderungsaktivitäten:
- bereits von der Konzeptualisierung der Projekte an berücksichtigen die Partner, dass die Prioritäten auf spezielle Fragestellungen zu legen ist (soweit es möglich ist beteiligen sich Frauen bereits am Vorbereitungsteam, um diese Schwerpunkte einzubringen)
- die Repräsentation von Frauen in den verschiedenen Projekten ist zu erhöhen – sowohl von Seiten der TeilnehmerInnen als auch von ReferentInnen (zum Beispiel logistischer Service für stillende Mütter, vorbereitende Bildungsmaßnahmen für Frauen, etc.)
- am Ende eines Projekts wird die Partizipation von Frauen anhand verschiedener Kriterien ausgewertet: Präsenz von Frauen, ihr Vermögen sich auszudrücken, Ideen zu formulieren, Beiträge zu strukturieren und zu überzeugen. Das Projektergebnis an sich wird ebenfalls im Hinblick auf die Berücksichtigung der Bedürfnisse und Interessen von Frauen evaluiert.
Der zweite Ansatz verfolgt insbesondere die Unterstützung von Initiativen, die von Frauenorganisationen ins Leben gerufen worden sind. Unterstützung ist hier im Sinne von Partnerschaft und „empowerment“ zu verstehen. Es geht dabei vor allem darum, für die Rechte und Interessen der Frauen einzutreten.
- in diesem empowerment-Prozess zu steigern sollen Frauen in die Lage versetzt werden, ihre eigenen Fähigkeiten und Kapazitäten zu nutzen : Sie erarbeiten ihre eigene Zukunftsvisionen, haben Zugriff auf Informationen, verbessern ihre technischen und organisatorischen Kompetenzen und eröffnen Debatten über den Zugang von Frauen zu Ressourcen und Entscheidungen.
Diese Ziele können durch verschiedene Projekte und Aktivitäten erreicht werden:
- Information von Frauen und Männer über die Rechte der Frauen
- Information von Frauen und Männer über die Möglichkeiten und Prozesse wirtschaftlicher Entwicklung und Good Governance
- Diskussionen über die Rechte und Interessen der Frauen und über ihre Position
Perspektiven für die Förderung der Position von Frauen
Folgende Ziele verfolgt die Friedrich-Ebert-Stiftung Madagaskar mit ihren Projekten und Angeboten:
- Frauen erfüllen ihre Wahlfunktion auf Ebene der Kommunen
- Die Medien erkennen den Status der Frau und deren Beitrag zur Entwicklung an
- Frauen haben Zugang zu Ressourcen (d.h. Zeit, Informationen, Geld, lokaler, nationaler und globaler Markt) und zu Entscheidungen (Repräsentation in den Strukturen, Beteiligung an Prozessen, etc.)
- politisches Monitoring für Frauen wird als Ausbildungsmethode für den politischen Nachwuchs unter den Frauen vorgeschlagen: Frauen und Männer mit bereits vorhandener Erfahrung begleiten jüngere Frauen in ihrer politischen Ausbildung

