Jugend
Die Herausforderungen für 2010 - 2020
Die madagassische Gesellschaft besteht mehrheitlich aus Menschen unter 25 Jahren. Vor diesem Hintergrund ist die nachfolgende Generation wichtiger Akteur, der bei politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen nicht übergangen werden darf. Um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten ist es wichtig, sich ihre Interessen, Bedürfnisse, Vorstellungen und auch ihre Stärken und Schwächen immer wieder ins Bewusstsein zu rufen.
Für die Friedrich-Ebert-Stiftung ist es daher überzeugt, dass bereits heute damit begonnen werden muss, die nachfolgende Generation sowohl in Entscheidungsfindungsprozessen als auch in konkreten Handlungsfeldern mit einzubeziehen. Unterbleibt dies, können die positiven politischen Errungenschaften der letzten Jahre nicht aufrecht erhalten werden.
Die Vorbereitung und Ausbildung der zukünftigen politischen und demokratischen Verantwortungsträger Nachwuchses fühlt sich die Friedrich-Ebert-Stiftung in Madagaskar daher besonders verpflichtet. Seit 2005 bietet die Stiftung mit dem Youth Leadership Traning Program (YLTP) ein erfolgreiches Instrument der Nachwuchsförderung an.
Beispiel erfolgreicher Nachwuchsförderung: Das Jugendforum zu den Themen Beschäftigung, Wirtschaft und Politik
Im Anschluss an mehrer Aktivitäten über die Erfahrungen mit politischer Bildung für Jugendliche, ist die Idee entstanden, ein eigenes Jugendforum in Madagaskar zu organisieren. Dieses beschäftigt sich seitdem regelmäßig mit den Gesprächsangeboten Politik; Wirtschaft und Beschäftigung als miteinander verbundene Themen. Daraus sind drei Projektbereiche entstanden:
- Der erste Bereich umfasst ein siebentägiges « capacity building » für 15 Jugendliche. Diese Ausbildung baut auf auf einzelnen Modulen zu den Themen Wirtschaft, Politik und sozialer Demokratie auf und beinhaltet zudem Aspekte der Entwicklungs- und Beschäftigungspolitik.
- Der zweite Bereich betrifft den Aufbau einer breiteren Öffentlichkeit durch eine eigene Pressekonferenz vor und nach dem Foren und Treffen mit Entscheidungsträgern (unter anderem mit den Beratern des Präsidenten für die Thema Dezentralisierung, mit dem Präsidenten der Nationalversammlung, mit dem Jugendminister, etc.)
- der dritte Bereich umfasst die Umsetzung des Forums selbst. Mehr als 100 jugendliche Multiplikatoren aus 22 Regionen Madagaskars und unterschiedlichen Organisationen hatten im Rahmen des Forums die Gelegenheit, zur Diskussion untereinander. Gleichzeitig bot sich die Gelegenheit auch mit den politischen Entscheidungsträgern sowie mit Angestellten der öffentlichen Verwaltung, Vertretern des privaten Sektors und von Hilfsorganisationen zu diskutieren.
Diskutiert wurde vor allem über Beschäftigungsfragen, Fragen der Wirtschaft und Politik.
Dabei kamen verschiedene Methoden zur Anwendung: Panel-Diskussionen, runde Tische, Gruppenarbeiten etc.)
Die Jugendlichen aus den Provinzen konnten außerdem an einer Einführungsveranstaltung zum Thema „Internetnutzung“ teilnehmen.
Das Forum war für die Jugendlichen eine Möglichkeit, in einen Lernprozess zur politischen Partizipation einzusteigen.
Durch den sowohl horizontalen als auch vertikalen Dialog konnten sich die Jugendlichen mit aktuellen Informationen eindecken und auch Erfahrungen formulieren und austauschen.
Perspektiven für die Stärkung demokratischer Partizipation in Madagaskar
Die Methodik gehört zu einem wichtigen Aspekt erfolgreicher politischer Bildungsarbeit:
- Moderationstechniken stellen ein unerlässliches Werkzeug für die Steuerung von Interessenskonflikten und Meinungsverschiedenheiten dar und tragen von daher zu einem konstruktiven pluralistischen politischen Dialog bei.
- Planungstechniken sind die Grundlage für eine rationale, partizipativer und produktive Organisation notwendig.
- Die politische Debatte stellt einen der wichtigsten Faktoren für einen Wandel hin zu demokratischem Verhalten und demokratischer Organisation dar.
Aus der Reihe von aktuellen Themen ergeben sich folgende aktuelle Handlungsfelder für die zukünftige Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung Madagaskar:
- Die Rechtstaatlichkeit, die Verbesserung der Normen und deren Einhaltung
- Der effiziente Kampf gegen Korruption
- Die Frage der Meinungs- und Pressefreiheit für einen demokratischen Pluralismus
- Der Beitrag zur Vorbereitung demokratischer Wahlen
- Basisdemokratie und der Beitrag zur Entwicklung der Kommunen, der Beziehungen zwischen den einzelnen Kommunen und ihre regionale Integration
- Die Frage der finanziellen Autonomie der Kommunen
- Die effiziente Organisation der Ressourcen und des öffentlichen Dienstes
- Die Beschäftigungspolitik, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die soziale Sicherheit
- Die Entwicklung der internationalen Beziehungen Madagaskars und die Integration des Landes in wirtschaftliche und politische Netzwerke in Afrika und dem indischen Ozean

